Wie liebe ich mich selbst?

Allgemein gesund leben

Wie liebe ich mich selbst?

Wer hätte gedacht, dass mein erster thematischer Blogartikel sich genau mit dem Thema Selbstliebe auseinander setzen wird, aber ich habe gemerkt, dass so viel mit der Kunst sich selbst richtig lieben zu können zusammenhängt. Mein Leben lang bin ich der Lüge, und letztlich der falschen Demut, aufgesessen, dass sich selbst zu lieben arrogant macht. Und das will schließlich keiner sein. So galt meine Bemühung andere zu lieben und mich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Geglückt ist mir dies natürlich nicht, und so habe ich mich teilweise aufs Heftigste verurteilt, wenn ich mal wieder mit einem neidischen anstatt liebenden und wohlwollenden Blick auf eine Freundin geschaut habe. Dennoch fand ich keinen Ausweg aus dem Dilemma. Habe mich sogar ernsthaft gefragt, ob ich der Einzige sei, der darin doch immer wieder versagt. 

Ein Gespräch mit: "Man, ich bin leider immer wieder mal neidisch auf dich!" führt sich eben doch nicht so leicht. War aber bei mir der erste Schritt Richtung Freiheit. Ich habe mit immer mehr Menschen wirklich authentische Gespräche geführt und erkannt, dass die allermeisten Menschen Probleme haben anderen Dinge von Herzen zu gönnen und sich nicht über ihre Performanz und Kompetenzen zu bewerten. 

Das kann definitiv nicht das sein, was Gott mit liebe deinen Nächsten wie dich selbst gemeint haben kann. 

Genau über diese Bibelstelle aus Markus 12:29-31 kam dann Licht in mein Dunkel. Selbst Menschen die die Bibel nicht regelmäßig lesen kennen das Gebot Gott und seine Mitmenschen zu lieben, doch dem geht voraus sich selbst zu lieben. Das dies die Voraussetzung ist um andere lieben zu können ergibt sich aus dem Wort wie anstelle eines liebe deinen Nächsten und dich selbst. 

Doch gerade die gesunde Selbstliebe ist so vielen Leuten nicht bekannt, weil in unserer Kultur zu wenig Wert darauf gelegt wird. Doch wie kann ein Mensch mich lieben, wenn ich selbst nicht weiß wie ich geliebt werden kann?! 

Ich kann andere nur so lieben wie ich mich selbst lieben kann. 

Ich möchte diesen Artikel möglichst als praktische Anleitung gestalten, weshalb im folgenden einige Punkte veranschaulicht sind, die mir geholfen haben. Schreibt eure Anregungen und besten Ideen gerne in die Kommentare. 

  1. Alles kommt aus der Intimität mit dem der dich zuerst geliebt hat. Regelmäßige Zeiten in der Gegenwart Gottes sind unter anderem auch deshalb so wichtig, weil sie deinen Liebestank füllen und er immer weiß was du brauchst, deshalb gestalte diese als einen Ort echter/authentischer Begegnung. Gott kann mit allen Gefühlen umgehen. Vergiss nicht: Wenn deine "stille" Zeit langweilig ist, ist sie es auch für Gott. 
  2. Finde heraus wie du dich geliebt fühlst. Jeder Mensch fühlt sich auf eine andere Art und Weise geliebt. Für den einen mag eine mündliche Liebesbekundung das Höchste sein, während du vielleicht das gemeinsame Ausräumen der Spülmaschine als Liebe empfindest. Gary Chapman beschreibt in seinem Millionenbestseller "Die fünf Sprachen der Liebe" genau diese bereichernden Unterschiedlichkeiten. Einen noch detaillierteren Einblick gibt der Test von Myers-Briggs, der in diesem beliebten kostenfreien Onlinetest zwischen 16 Persönlichkeiten unterscheidet. 
  3. Schätze deine Gefühle wert. Gefühle haben uns immer etwas zu sagen. Sie sollten nicht unser Leben diktieren, aber müssen wahrgenommen werden. Abi Stumvoll, eine Koryphäe auf dem Gebiet der gesunden Selbstliebe drückt es so aus: Deine Gefühle sollten nicht deinen Wagen lenken, aber auch nicht im Kofferraum eingesperrt sein. Gib ihnen Platz auf dem Beifahrersitz und höre dir an was sie zu sagen haben. 
  4. Sei ehrlich. Zeige dich verletzlich. Bring ans Licht. Warum negative Gefühle vor den Berg halten? Seit ich angefangen habe Menschen zu sagen, wenn es mal einen Moment gibt, in dem neidende Gefühle aufkommen, haben diese keine Macht mehr über mich und sind meistens schon im Moment des Aussprechen verschwunden. Nur was in dir im Verborgenen lodern kann, kann wachsen und bitter machen. Bringe ans Licht. Dein Gegenüber wird dies im Regelfall zu schätzen wissen und deine Beziehung wird Tiefgang und Charakterstärke hinzubekommen. 
  5. Sieh das Gold. In jedem Menschen ist Dreck zu finden. Selbst in einer Goldmine liegt nicht pures Gold herum. Es ist eine Lebensmission das Gold in jedem einzelnen Menschen zu entdecken, aber auch eine Mission das Gold in dir selbst zu entdecken. Es ist leider oft der Regelfall, dass Menschen dich mit dem gleichen Respekt behandeln wie du dich selbst. Was schätzt du an dir? Erstelle doch mal eine "goldene Liste" oder frage dir nahestehende Menschen was sie wirklich an dir schätzen und du wirst überrascht sein welche eigenen Qualitäten dir bisher verborgen geblieben sind. 
  6. Deklarationen. Worte haben Macht. Was sprichst du über dir aus? Was denkst du wenn du in den Spiegel schaust? Hast du dich einmal bei dir selbst entschuldigt, weil du Negatives über dir ausgesprochen hast? Schätzt du dich wirklich wert? Die nachfolgenden Sätze können dir einen Anhaltspunkt geben, was du morgens vor dem Spiegel über dir aussprechen darfst: Danke, dass ich schön gemacht bin. Danke für diesen wunderbaren, gut funktionierenden Körper. Ich bin liebenswert. Menschen lieben es mit mir Zeit zu verbringen. Ich bin wertvoll. Ich bin von Gott über alles geliebt, niemand liebt er mehr als mich. Meine Worte sind relevant. Ich habe etwas zu geben. Ich entscheide mich heute mich selbst und andere zu lieben. Dies wird ein guter Tag.
  7. Tue dir Gutes. Manche Menschen helfen allen anderen, sind großzügig... bis es um sie selbst geht. Wann hast du dir das letzte Mal etwas Gutes getan? Weißt du überhaupt was dir wirklich GUT tut? Finde heraus, was nicht nur eine kurzfristige Befriedigung sondern eine echte Wohltat für dein Selbst ist: ein neuer Haarschnitt, ein Tagebuch, eine neue Sportart, ein gutes Gespräch, einen geregelten Ablauf... was ist wohltuend für Körper, Geist & Seele? 

 

Ich hoffe diese sieben Punkte geben dir einen ersten Anhaltspunkt im Selbst-Lieben. Vergiss nicht, sich selbst in gesundem Maße zu lieben ist nicht was arrogant macht! Grab dein Ich aus und zeig ihm wie geliebt es ist und du wirst merken, dass von diesem Standpunkt aus du andere Menschen lieben lernst wie nie zuvor, denn wenn du weißt, dass du toll und geliebt bist, musst du niemand anderem mehr das Wasser abgraben. Es wird einfach die Erfolge der anderen zu feiern und sich wirklich von Herzen für sie zu freuen. 

fühlt euch umarmt 

eure Becky 

Auf dem Wasser… / 14 Tage bis zum Abflug

BSSM

Auf dem Wasser… / 14 Tage bis zum Abflug

Heute in 14 Tagen ist es soweit und ein neuer Lebensabschnitt öffnet sich und ich fliege von Frankfurt nach San Francisco, wo ich erst einmal von meiner lieben Freundin Beatrice in Empfang genommen werde.

Die letzten Wochen und Monate waren sehr besonders in der inneren und äußeren Vorbereitung auf Bethel/BSSM.

Ich hatte schon bereits in den letzten zwei Jahren immer wieder die Bibelstelle auf dem Herzen, als Petrus aus dem Boot ausstieg und Jesus auf dem Wasser entgegen kam. (Matthäus 14,22-33) Im Film "Die Hütte" wird diese Vertrauensszene noch einmal sehr eindrücklich dargestellt und begeistert mich immer wieder aufs Neue.

So ein Leben möchte ich führen: Im Vertrauen auf Jesus das Leben wagen, das rein realistisch gesehen gar nicht geht.

Seit einigen Monaten weiß ich nun, dass ich auf die BSSM gehen werde. Dies ist vor allem zunächst mit sehr vielen Kosten verbunden. (Für ein Jahr ca. 13.000$). Ich habe im Vorfeld beides erfahren - Ermutigung und auch starke Entmutigung. Gerade während den ersten Monaten durfte ich hier lernen, dass in Zeiten der Entmutigung Gott auch immer Ermutigung bereit hat. 

Euch alle Geschichten zu erzählen die ich in dieser Zeit erlebt habe, dazu reicht ein Blogartikel niemals aus, aber ich werde nicht müde sie immer wieder bei einem Kaffee oder Skypedate zu berichten. Eine möchte ich euch hier und jetzt erzählen. 

Wenn man vor der Frage steht: Wie komme ich zu 13.000$, dann kommen einem die verrücktesten Ideen. In meinem Fall habe ich sehr oft gebetet und dann eine Liste angefertigt mit Menschen und Namen, die Gott mir aufs Herz gegeben hat. Anschließend habe ich abgewartet. Nichts ist passiert. Die Wochen gingen ins Land und es war bereits Juli. 

Immer wieder kamen Menschen zu mir und gaben mir den Tipp, ich solle Menschen doch einmal persönlich ansprechen. Da ich ein sehr selbstständiger (und schwäbischer =)) Mensch bin, scheute ich mich davor sehr. Der Schwabe lebt nach dem Motto: Was du selbst nicht leisten kannst, das kannst du nicht tun. 

Irgendwann jedoch fragte ich mich, ob meine "Nicht"-Vorsorge durch mein Vertrauen in Gott oder doch durch Angst bedingt war. Ich startete den Versuch und sprach eine einzige Person an - und scheiterte kläglich =) haha, denn die Person garantierte mir, sie habe Gott bereits gefragt und dies gehöre nicht zu den Dingen, die sie unterstützen soll! 

Das saß. Ich beschloß, dass Gott sich um seine Sache selbst kümmern musste und ich niemanden mehr ansprechen würde/wollte. Es tat sich zunächst nichts, doch nach und nach begannen immer mehr Menschen auf mich zuzukommen. Bekannte, enge Freunde, Fremde...ja sogar Arbeitskollegen, und wollten mich von ganzem Herzen unterstützen. 

Zwei Dinge lernte ich in dieser Zeit:

  1. Ich bin es wert unterstützt zu werden. (war mir anfangs tatsächlich nicht klar)
  2. Ich bin nicht nur Empfänger. Gott will in mir etablieren, dass mein Vertrauen in ihn soweit geht, dass ich selbst Menschen unterstützen kann, im Vertrauen, dass er mich versorgt.

Übrigens, die letzten Tage habe ich diese Liste wieder entdeckt und wisst ihr was, tatsächlich sind sehr viele meiner Unterstützer dort bereits aufgezeichnet gewesen und Gott jedoch hat die Personen selbst gerufen. 

Nun sind es nur noch zwei Wochen (und zwei Tage bis die Schulgebühren bezahlt sein müssen). Ich bin unglaublich dankbar für viele einmalige und monatliche Spenden. 

Ein wenig fehlt mir noch, aber ich bin sicher und vollen Vertrauens, dass Gott vorsorgt und nie zu spät reagiert (wenn auch oft so, dass unser Vertrauen wirklich gefordert wird).

Ich freue mich auf alles was da kommt. 

Eure Becky